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Fünfzehn deutsche Hochschulen für die neue Initiative „Europäische Universitäten“ ausgewählt

(26.06.2019) 114 Hochschulen aus 24 Mitgliedstaaten werden die ersten 17 „Europäischen Universitäten“ bilden.

Die EU-Kommission hat heute die aus 54 Bewerbungen ausgewählten Allianzen bekanntgegeben. An 14 der Allianzen sind deutsche Hochschulen beteiligt. Es handelt sich um die Freie Universität Berlin, die Ruprecht Karls-Universität Heidelberg, die Universität Leipzig, die Hertie School of Governance Berlin, die Eberhards-Karls-Universität Tübingen, die TU Hamburg, die Universität Potsdam, die Albert Ludwigs-Universität Freiburg, das Karlsruher Institut für Technologie, die Hochschule für bildende Künste Dresden, die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Johannes-Gutenberg Universität Mainz, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die TU Darmstadt und die Universität Bremen. Ziel ist es, in verschiedenen Fächern gemeinsame Lehrpläne und Kooperationsformen zu entwickeln, damit Studenten, Doktoranten, Mitarbeiter und Forscher reibungslos zwischen den an einer Allianz beteiligten Hochschulen wechseln können. Teils spezialisieren sich die Europäischen Universitäten auf bestimmte Gebiete wie Digitale Technologien, Ingenieurs-, Sozial- oder Meereswissenschaften oder Kunst.

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, sagte: „Es freut mich zu sehen, wie ambitioniert die ersten 17 Europäischen Hochschulen sind. Sie werden als Vorbild für andere Hochschuleinrichtungen in der EU dienen und es den nächsten Generationen von Studierenden ermöglichen, Europa durch ein Studium in verschiedenen Ländern zu erleben. Ich bin davon überzeugt, dass diese für den europäischen Bildungsraum so wichtige Initiative ein echter Wendepunkt für die Hochschulbildung in Europa ist und einen nachhaltigen Beitrag zu Exzellenz und Inklusion leisten wird.“

Die Auswahl an Europäischen Hochschulen umfasst ein breites Spektrum von Hochschuleinrichtungen aus der gesamten EU – von Fachhochschulen über Technische Hochschulen und Kunsthochschulen bis hin zu Gesamthochschulen und forschungsintensiven Hochschulen.

Europäische Hochschulen sind transnationale Allianzen von Hochschuleinrichtungen aus der gesamten EU, die eine gemeinsame langfristige Strategie verfolgen und europäische Werte und Identität fördern. Die Initiative will die Mobilität von Studierenden und Hochschulpersonal deutlich stärken und die Qualität und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hochschulbildung fördern.

Die Europäischen Hochschulen werden interuniversitäre Campusse bilden, zwischen denen sich Studierende, Doktoranden, Mitarbeiter und Forscher nahtlos bewegen können. Sie werden ihre Fachkenntnisse, Plattformen und Ressourcen bündeln, um gemeinsame Lehrpläne oder Module zu erstellen, die verschiedene Disziplinen abdecken. Diese Lehrpläne werden sehr flexibel sein und den Studierenden den Erwerb eines europäischen Abschlusses ermöglichen. Die Studierenden können dabei ihr Studium individuell gestalten und selbst entscheiden, was sie wo und wann studieren. Die Europäischen Hochschulen werden auch einen Beitrag zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung der Regionen leisten, in denen sie angesiedelt sind, da ihre Studierenden eng mit Unternehmen, Kommunalbehörden, Wissenschaftlern und Forschern zusammenarbeiten werden, um Lösungen für die Herausforderungen zu finden, mit denen die betreffenden Regionen konfrontiert sind.

Für die ersten 17 „Europäischen Hochschulen“ steht ein Gesamtbudget von bis zu 85 Mio. Euro zur Verfügung. Jede Allianz wird in den kommenden drei Jahren bis zu 5 Mio. Euro erhalten‚ um mit der Umsetzung ihrer Pläne zu beginnen und den Weg für weitere Hochschuleinrichtungen in der EU zu ebnen. Die Fortschritte werden aufmerksam verfolgt werden.

Mit dieser ersten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen, der im Herbst eine zweite folgen wird, werden verschiedene Modelle zur Umsetzung des neuen Konzepts der Europäischen Hochschulen und seines Potenzials zur Verbesserung der Hochschulbildung erprobt. Mit Blick auf den nächsten langfristigen EU-Haushalt 2021-2027 schlug die Kommission vor, die Initiative „Europäische Hochschulen“ vollständig im Rahmen von Erasmus+ umzusetzen, und zwar mit einem deutlich aufgestockten Budget. Während einige Allianzen einen umfassenden Ansatz verfolgen und sämtliche Disziplinen abdecken, konzentrieren sich andere auf bestimmte Bereiche, wie etwa Nachhaltigkeit in Küstenstädten, Sozialwissenschaften oder globale Gesundheit. Jede Allianz setzt sich aus durchschnittlich sieben Hochschuleinrichtungen aus allen Teilen Europas zusammen, wodurch neue Partnerschaften entstehen. Darin spiegelt sich die Verteilung der von den verschiedenen Ländern eingegangenen Anträge wider.

Hintergrund

Die Europäische Kommission schlug diese neue Initiative führenden EU-Politikern im Vorfeld des Sozialgipfels von Göteborg im November 2017 vor. Die Initiative, die Teil der Bemühungen um den Aufbau eines europäischen Bildungsraums bis 2025 ist, wurde im Dezember 2017 vom Europäischen Rat gebilligt; dieser rief zur Herausbildung von mindestens 20 Europäischen Hochschulen bis 2024 auf.

Für das neue Konzept der Europäischen Hochschulen, das zusammen mit Mitgliedstaaten, Hochschuleinrichtungen und Studierendenorganisationen entwickelt wurde, gingen Bewerbungen von 54 Allianzen (bestehend aus mehr als 300 Hochschuleinrichtungen) aus 28 Mitgliedstaaten und anderen Erasmus+-Programmländern ein. Sie antworteten auf eine im Oktober 2018 veröffentlichte Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen von Erasmus+ zum Thema „Europäische Hochschulen“.

Die ursprünglich für diese neue Erasmus+-Initiative vorgesehenen Mittel in Höhe von 60 Mio. Euro wurden auf 85 Mio. Euro aufgestockt, um die Finanzierung von 17 anstelle der ursprünglich vorgesehenen 12 Allianzen zu ermöglichen.

 

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: Wichtiger Schritt beim Aufbau des europäischen Bildungsraums: die ersten 17 „Europäischen Hochschulen“ sind ausgewählt

Factsheet

Initiative „Europäische Hochschulen“

Informationen zur Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen

Pressekontakt: Gabriele Imhoff, Tel.: +49 (30) 2280-2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

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