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Europäischer Forschungsrat vergibt Stipendien an 56 Projekte in Deutschland

(28.11.2017) In der aktuellen Auswahlrunde der EU-Stipendien für exzellente Forscher, den so genannten „Consolidator Grants“, hat der Europäische Forschungsrat heute 56 von insgesamt 329 Stipendien an Forschungsprojekte in Deutschland vergeben.

Geförderte Projekte deutscher Wissenschaftler beschäftigen sich z.B. mit neuen Therapien bei Gefäßerkrankungen wie das von Dr. Michael Potente vom Max- Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim, dessen Projekt über einen Zeitraum von fünf Jahren mit 2 Mio. Euro gefördert wird. 1,54 Mio. Euro erhält das Projekt zur Erforschung von Immobilienhypotheken von Prof. Moritz Schularick von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Ist der Kauf eines Hauses wirklich eine sichere Geldanlage? Prof. Schularick sammelt und analysiert Daten zu Immobilienhypotheken aus sechs verschiedenen Ländern im Zeitraum von 1870 bis 2015.

EU-Forschungskommissar Carlos Moedas erklärte: „Im Rahmen des Programms Horizont 2020 kann der Europäische Forschungsrat 329 neue Stipendien im Umfang von 630 Mio. Euro vergeben. Hiermit wollen wir die Spitzenforschung in der EU fördern und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Als Stätte von Forschung und Innovation soll die EU wieder attraktiver werden. Der Anteil der Stipendiatinnen ist erfreulich hoch. Auf dem Weg zur Gleichstellung der Geschlechter in Forschung und Innovation ist das allerdings nur eine Etappe.“

Unterstützt werden insgesamt 329 Forschungsprojekte mit einer Gesamtsumme von 630 Mio. Euro. Eingereicht wurden 2.538 Projekte, 13 Prozent davon wurden ausgewählt. 151 Projektbewilligungen wurden im Bereich Natur- und Ingenieurwissenschaften vergeben, 101 in den Biowissenschaften und 77 im Bereich der Geisteswissenschaften. 32 Prozent der Stipendien wurden an Forscherinnen vergeben. Die Stipendien werden voraussichtlich 2.000 Jobs für Postdoktoranden, Doktoranden und Mitarbeiter von Forschungsteams schaffen.

Der Europäische Forschungsrat (European Research Council - ERC) ist eine von der Europäischen Kommission eingerichtete Institution zur Finanzierung von grundlagenorientierter Forschung. Er wird von 2014 - 2020 über das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont 2020“ finanziert.

Derzeit bieten sich in Europa keine ausreichenden Gelegenheiten für junge Forscher, ihre Laufbahn unabhängig zu entwickeln und den Übergang von der angeleiteten Forschung zum unabhängigen und selbständigen Forscher zu schaffen. Dieses strukturelle Problem führt zu einem dramatischen Verlust an Forschungstalenten in Europa und erschwert außerdem die Bildung der nächsten Generation von Spitzenforschern, die mit neuen Ideen und neuer Dynamik aufwarten. Dies führt dazu, dass hoch talentierte Forscher frühzeitig in ihrer Laufbahn anderenorts nach Aufstiegschancen suchen. Zielgruppe der Consolidator Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) sind exzellente Wissenschaftler, deren eigene unabhängige Arbeitsgruppe sich in der Konsolidierungsphase befindet. Die Consolidator Grants stehen allen Forschungsbereichen offen.

Gefördert werden über den ERC:

  • Starting Grants für Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen (2 - 7 Jahre nach der Promotion) mit bis zu 2 Mio. Euro über maximal fünf Jahre
  • Consolidator Grants für Nachwuchswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen (7 - 12 Jahre nach der Promotion) mit bis zu 2,75 Mio. Euro über maximal fünf Jahre
  • Advanced Grants für erfahrene exzellente Forschende mit bis zu 3,5 Mio. Euro über maximal fünf Jahre

In Deutschland berät die Nationale Kontaktstelle ERC bei der Antragstellung.

 

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: ERC Consolidator Grants: €630 million from the EU to 329 top researchers

Pressekontakt beim ERC: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel.: +32 (0) 2 296 66 44, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel.: +32 (0)2 298 76 31

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