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Bericht zu Renten in Europa: Für angemessene Renten sind weitere Reformen notwendig

(30.04.2018) Die Mitgliedstaaten achten zwar zunehmend auf nachhaltige, angemessene Renten bei ihren Reformen aber zukünftig werden noch weitere Maßnahmen notwendig sein. Dies ist ein Ergebnis des Berichts zu angemessenen Renten, den die Kommission heute veröffentlicht hat.

Sozialkommissarin Marianne Thyssen sagte: "Jede Rentnerin und jeder Rentner hat ein Anrecht auf ein würdevolles Leben. Dies ist ein Grundsatz der europäischen Säule sozialer Rechte. Angemessene Renten sind grundlegend, um Armut und soziale Ausgrenzung von älteren Menschen in Europa, besonders von Frauen, zu verhindern. Wir müssen sicherstellen, dass Menschen in atypischen Beschäftigungsverhältnissen und Selbständigkeit nicht außen vorgelassen werden. Unsere Priorität ist es, Reformen zu unterstützen, die angemessene Renten für alle vorsehen."

Im Hinblick auf den Anstieg der Lebenserwartung sollten Rentensysteme ein längeres Erwerbsleben unterstützen. Dem Bericht zufolge sollten die Mitgliedstaaten auch mehr unternehmen, um die Geschlechterungleichheit bei Renten zu verringern, indem Gleichstellungspolitik eingesetzt wird, die auf Frauen und Männer im Erwerbsleben abzielt, z.B. durch  Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und gerechter Aufteilung von Betreuungsarbeit. Die Kommission unterstützt die Mitgliedstaaten bei diesen Bemühungen, zum Beispiel durch ihren Vorschlag zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben von berufstätigen Eltern und pflegenden Angehörigen. Im März hat die Kommission ebenfalls eine Empfehlung für den Zugang zum Sozialschutz für Arbeitnehmer und Selbstständige vorgelegt. Die Empfehlung sieht unter anderem vor, formale Lücken bei der Absicherung zu schließen, sodass sich Arbeitnehmer und Selbstständige, die sich in vergleichbaren Situationen befinden, entsprechenden Sozialversicherungssystemen anschließen können und ihnen eine angemessene tatsächliche Absicherung anzubieten, damit sie geeignete Ansprüche aufbauen und geltend machen können.

Obwohl heute 1,9 Millionen ältere Europäer weniger vom Armutsrisiko betroffen sind als noch vor zehn Jahren, besteht für insgesamt 17,3 Millionen oder 18,2 Prozent der älteren Arbeitnehmer (älter als 65 Jahre) das Risiko von Armut oder sozialer Ausgrenzung. Zwischen den EU-Ländern und den Bevölkerungsgruppen bestehen große Unterschiede. So sind die Renten von Frauen immer noch 37 Prozent geringer als die von Männern aufgrund geringerer Löhne, kürzerem Erwerbsleben sowie Pflege und Betreuung.

Der Bericht zu angemessenen Renten wird alle drei Jahre von der Kommission und dem Komitee für Sozialschutz vorgelegt.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: Pensions in the EU: report recognises efforts of Member States to ensure adequate pensions, but more needs to be done

The 2018 Pension Adequacy Report: current and future income adequacy in old age in the EU, Volume I and Volume II

Pressekontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel.: +49 (30) 2280-2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

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