Europa-Informationszentrum für die Region zwischen Elbe, Weser und Aller beim Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg

Eine Reise nach Brüssel, ins Herz der EU - Kooperationsprojekt mit Policy Lab e.V.

  Warum wir wählen - Eine Reise nach Brüssel, ins Herz der EU

 Ein Erfahrungsbericht  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die EU, so groß und bunt die Vielfalt ihrer Mitgliedsstaaten - so kompliziert die gemeinsame Koordination in einem überstaatlichen Verbund. Ein einzigartiges Projekt, so heißt es, dennoch bleibt die EU auch ein abstrakter Komplex und seltsam entfernt von der eigenen Lebensrealität. Was steht eigentlich hinter dem Ganzen?  

Wie das politische Brüssel - Herz der EU und maßgeblicher Schauplatz europäischer Richtungsentscheidungen - auf die Europawahl blickt, wollten wir, acht Studierende der Leuphana Universität, vor Ort in Erfahrung bringen. Wir engagieren uns in der überparteilichen Initiative Policy Lab e.V., einem  Verein, der an der Leuphana ins Leben gerufen wurde und sich mit gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen auseinandersetzt. Vom 9. bis 12. April, also während der letzten Brüsseler Sitzungswoche dieser Legislaturperiode, reisten wir in die belgische Hauptstadt, um aus erster Hand mehr über Europa zu erfahren. In diesen vier Tagen trafen wir Menschen, die im Spannungsfeld der EU leben und arbeiten. Wir hatten Termine mit Parlamentsabgeordneten, KommissionsmitarbeiterInnen, LobbyvertreterInnen und weiteren Personen, die genau wie wir gespannt auf die anstehende Wahl blicken.

Unsere Erwartungen an diese Begegnungen waren vielfältig. Wir wollten Brüssel, die EU und die Menschen  hinter dem komplexen Geflecht der Europäischen Union kennen und besser verstehen lernen. Außerdem waren wir gespannt auf die Stimmung vor Ort: Wie viel Hoffnung, Nervosität und vielleicht auch Angst findet man in Brüssel so kurz vor der Europawahl? Wie stehen die Parlamentarier zur “Schicksalswahl Europa”? Wir wollten uns unser eigenes Bild machen - live, hautnah und vor Ort.

Unsere Reise begann regnerisch und mit etwas Verspätung, doch gleich am ersten Abend hatten wir die Chance in der niedersächsischen Landesvertretung einen Eindruck zu bekommen, wie Interessenvertretung in Brüssel funktioniert und wie Deutschland in der EU repräsentiert ist. Auch wurde uns bei diesem Treffen nochmal bewusster, wie groß der EU-Apparat ist: 30000 Kommissionsbeschäftigte, 2600 Ratsbeschäftigte und 1500 Lobbybüros sind nur einige beeindruckende Zahlen, die verdeutlichen was für ein logistischer Aufwand hinter der EU steckt. Auch Lüneburg und die Chancen für diese Region kamen in dem Gespräch mit Tobias Möller-Walsdorf, Referent für Forschung Bildung und Kultur, zur Sprache. In den nächsten Tagen fanden wir immer mehr Lüneburg und Niedersachsen in Brüssel. Ob in Person von Anne Neumann, die ebenfalls für die Vertretung arbeitete, bevor sie Teil der Kommission wurde, Anna-Lena Sender, die ihren Weg von der Leuphana nach Brüssel zum Deutsch Akademischen Austauschdienst (DAAD) fand (-und übrigens immer noch ein Säckchen Lüneburger Salz bei sich führt), oder auch in Gestalt von drei niedersächsischen Parlamentsabgeordneten. Trotz der unterschiedlichen Parteien waren sich alle einig, dass sie an das Projekt Europa glauben und es wichtiger denn je sei, für die EU wählen zu gehen. Im weiteren Verlauf unserer Fahrt wurde das Wetter sonniger und unser Gespür für die Stimmung in Brüssel immer ausgeprägter. Wir besuchten den Verband der Automobilindustrie (VDA) und Solidar, zwei von vielen Verbänden, die in Brüssel versuchen ihre Anliegen auf die europäische Agenda zu bringen.  

Nach insgesamt 11 Terminen und Interviews mit Menschen, die in Brüssel leben und arbeiten, einigen belgischen Pommes und Waffeln und bestimmt viel zu wenig Stunden Schlaf ziehen wir folgendes Fazit: 
Wenn man sich vier Tage lang zwischen Europaparlament, EU-Kommission und Lobbybüros bewegt, fühlt man sich irgendwie als Teil von etwas Großem - ein Rädchen in dem riesigen EU-Apparat, den wir uns in den letzten Tagen ein Stück weiter erschließen konnten. Die internationale Atmosphäre ist im "Mikrokosmos" Europaviertel allgegenwärtig, politische Arbeit und Verhandlungsprozesse vermitteln eine spannende Dynamik, vereint im Ziel, die besten Entscheidungen für Europa zu treffen.

Was uns schon vor der Reise bewusst war, wurde durch unseren Aufenthalt vor Ort nur noch einmal bekräftigt: Europa ist nicht perfekt, aber es ist alternativlos. Die Themen, die unsere Gesellschaft bestimmen, die Ereignisse, die uns vor Herausforderungen stellen, können wir nicht national lösen. In unserer globalisierten Welt müssen wir berücksichtigen, dass unsere Entscheidungen immer auch Auswirkungen haben auf Menschen in anderen Ländern - und deshalb müssen wir in Europa diese Lebensumstände gemeinsam gestalten. Denn nur so können wir einem guten Leben für alle näher kommen.

Es ist ein Projekt, dessen Gestaltung wir selbst in der Hand haben. Ein Projekt, dass es zu verteidigen gilt und für das es sich definitiv lohnt zu kämpfen. Darum gehen wir wählen und hoffen, dass es uns jeder Europäer und jede Europäerin gleich tut.

  

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