EU-Kommission lotet Ideen und Konzepte für das neue Europäische Bauhaus aus

(18.01.2021) Die Europäische Kommission hat heute (Montag) die Gestaltungsphase der Initiative „Ein neues Europäisches Bauhaus“ eingeleitet, die Präsidentin von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Union 2020 angestoßen hatte.

In der Gestaltungsphase soll nun das Konzept der Initiative entstehen. Dafür werden Ideen ausgelotet, die dringendsten Erfordernisse ermittelt und interessierte Kreise vernetzt. Im Herbst dieses Jahres werden dann Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen veröffentlicht, mit denen Ideen für das neue Europäische Bauhaus an mindestens fünf Orten in den Mitgliedstaaten mit EU-Mitteln umgesetzt werden können.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen‚ sagte: „Das Projekt ,Neues Europäisches Bauhaus‘ ist ein Hoffnungsträger. Wir wollen dabei herausfinden, wie wir nach der Pandemie besser zusammenleben können. Es geht darum, Nachhaltigkeit und Ästhetik zu vereinen, um den europäischen Grünen Deal in den Köpfen der Bürgerinnen und Bürger und auch in ihrem Zuhause Realität werden zu lassen. Wir brauchen alle kreativen Köpfe. Designer, Kunstschaffende, Wissenschaftler, Architekten sowie Bürgerinnen und Bürger sollen zusammen das neue Europäische Bauhaus zu einem Erfolg machen.“

Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, erklärte: „Mit dem neuen Europäischen Bauhaus wollen wir einen innovativen Rahmen entwickeln, um den ökologischen Wandel durch eine Kombination von Nachhaltigkeit und Ästhetik zu unterstützen, zu erleichtern und zu beschleunigen. Als Brücke zwischen der Welt der Kunst und Kultur auf der einen Seite und der Welt der Wissenschaft und Technik auf der anderen Seite werden wir dafür sorgen, dass Kunstschaffende und Studierende, Architekten und Ingenieure, Hochschulen und Innovatoren einbezogen werden – also die die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit. Damit wird ein systemischer Wandel ausgelöst.“

Elisa Ferreira, EU-Kommissarin für Kohäsion und Reformen, fügte hinzu: „Im neuen europäischen Bauhaus geht es um unser Zusammenleben, unsere Werte, unsere gemeinsamen Arbeits- und Freizeiträume sowie um unsere kollektiven und privaten Erfahrungen. Es handelt sich um ein Projekt für alle Regionen und Gebiete in Europa. Durch die Förderung erschwinglicher Lösungen soll es zum sozialen Zusammenhalt und zur Lösung von Wohnproblemen beitragen. Wenn wir um uns herum unser Zusammenleben durch einen echten Wandel schöner und nachhaltiger gestalten wollen, müssen wir darüber nachdenken, wie das neue Europäische Bauhaus eine Brücke zwischen der Entwicklung neuer Ideen und der Umsetzung vor Ort schlagen kann. Daher prüfen wir in der gesamten Kommission, wie unsere Instrumente mobilisiert werden könnten, um ein erstes Paket konkreter Maßnahmen zum neuen Europäischen Bauhaus auf den Weg zu bringen.“

Das neue Europäische Bauhaus ist ein ökologisches, wirtschaftliches und kulturelles Projekt, mit dem Design, Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Investitionen kombiniert werden sollen, um einen Beitrag zur Umsetzung des europäischen Grünen Deals zu leisten. Die zentralen Werte des neuen Europäischen Bauhauses sind daher Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusivität. Im Rahmen der Gestaltungsphase wird die Kommission in diesem Frühjahr erstmals den Preis zum neuen Europäischen Bauhaus ausschreiben.

Hintergrund

Das neue Europäische Bauhaus ist eine Kreativitätsinitiative, mit der die Grenzen zwischen Wissenschaft und Technologie, Kunst, Kultur und sozialer Inklusion überwunden und mithilfe von Design Lösungen für Alltagsprobleme erarbeitet werden.

Auf der eigens eingerichteten, heute freigeschalteten Website können Kunstschaffende, Designer, Ingenieure, Wissenschaftler, Unternehmer, Architekten, Studierende und alle Interessierten sich über Beispiele für inspirierende Leistungen für das neue Europäische Bauhaus austauschen und ihre Ideen für dessen Gestaltung und Entwicklung sowie ihre Bedenken und die Herausforderungen, vor denen sie stehen, teilen.

Dies ist der Auftakt zu einem innovativen und partizipativen Prozess. Organisationen, die sich in diesem Projekt stärker einbringen wollen, können sich den „Partnern des neuen Europäischen Bauhauses“ anschließen, indem sie der auf der Website veröffentlichten Einladung folgen.

In den kommenden Monaten wird die Kommission bereits vorhandene Lösungen prämieren, die beispielhaft für die Integration der Schlüsselwerte der Initiative stehen und Anregungen für die Debatten über die Orte, an denen wir leben, und über deren Veränderungen liefern.

In der nächsten Phase der Initiative – der „Umsetzungsphase“ – werden im Rahmen von fünf Pilotprojekten gemeinsam neue nachhaltige und integrative, aber gleichzeitig ästhetische Lösungen erarbeitet. Ziel der dritten Phase – der „Erweiterungsphase“ – ist es, die Ideen und Konzepte für das neue Europäische Bauhaus durch neue Projekte, Vernetzung und Wissensaustausch in Europa und darüber hinaus zu verbreiten.

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