Wasserstoffantrieb, Elektromobilität und Halbleiter: EU-Kommissar Breton bei BMW und Infineon in München

(02.07.2021) EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton hat heute (Freitag) das BMW Kompetenzzentrum Batteriezelle in München, die BMW Group Forschung in Garching und den Hauptsitz von Infineon in Neubiberg besucht. Er traf unter anderem Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender der BMW AG, sowie Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender der Infineon Technologies AG.

Zentrale Themen ihrer Gespräche waren der Ausbau der Batterieproduktion und der Wasserstoffnutzung für die Mobilität sowie die Steigerung der Produktion von Halbleitern für die Bereiche Mobilität, Energie, Sicherheit und das Internet der Dinge.

BMW

„BMW ist ein wichtiger Entwickler und Anwender von Schlüsseltechnologien wie Batterien, Wasserstoff, Halbleiter und Daten“, sagte EU-Kommissar Thierry Breton bei seinem Besuch bei BMW. „Zwar hat Europa noch einen Wettbewerbsvorteil in der Automobilindustrie, aber wir müssen die europäische Führung ausbauen, indem wir an Daten, Batterien, Konnektivität und KI arbeiten. Ich möchte, dass wir unser gemeinsames Engagement für die Widerstandsfähigkeit Europas intensivieren.“

Oliver Zipse, Vorsitzender des Vorstands der BMW AG, sagte: „Wenn wir gemeinsam handeln, kann Europa ein Vorbild für die Welt werden: für nachhaltige und digital vernetzte Mobilität, die immer mehr im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft entsteht.“

Die Automobilindustrie ist für 37 Prozent der Nachfrage nach Halbleitern in Europa verantwortlich. Bis 2030 werden etwa 40 Prozent der Kosten eines Autos mit seinen elektronischen Komponenten verbunden sein.

Infineon

Zukünftige Investitionen in die Halbleiterproduktion sowie das zweite wichtige Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI, Important Projects of Common European Interest) waren Themen des Gesprächs zwischen EU-Binnenmarktkommissar Breton und dem Vorstandsvorsitzenden von Infineon Reinhard Ploss.

„Europa muss seine Halbleiterfertigung stärken. Wie die jüngsten Engpässe gezeigt haben, müssen wir sicherstellen, dass wir in der Lage sind, die Chips herzustellen, die von unseren Industrien, zum Beispiel in der Automobilbranche, benötigt werden. Ebenso wichtig ist es, die Zukunft vorzubereiten, indem wir unsere Versorgungssicherheit bei den modernsten Halbleitern sicherstellen“, sagte Breton. Zu diesem Zweck startet die EU-Kommission in Kürze eine Industrieallianz für Halbleitertechnologien, die europäische Akteure zusammenbringen und die Kapazitäten erhöhen soll.

„Es ist sehr wichtig, dass Infineon als wichtiger europäischer Halbleiter-Akteur an der bevorstehenden europäischen Allianz für Halbleiter teilnehmen kann", betonte der Kommissar und ermutigte den Halbleiterhersteller, eng mit Endverbraucher-Unternehmen, wie der Automobilindustrie, zusammenzuarbeiten. „Dies wird die Zusammenarbeit auf EU-Ebene erheblich stärken und sicherstellen, dass wir die globalen Lieferketten von Halbleitern schrittweise wieder ins Gleichgewicht bringen."

„Europa muss heute die Weichen für die Zukunft stellen“, sagte Reinhard Ploss. „Infineon begrüßt daher die Initiative von EU-Kommissar Breton, die Chip-Produktion in Europa auszubauen und damit die technologische Souveränität zu stärken. Die Mikroelektronik ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die europäischen Kernindustrien und die Umsetzung unserer Klimaziele. Die Erfolge des neuen IPCEI für Mikroelektronik und Konnektivität werden sich in einem größeren europäischen Beitrag innerhalb der globalen Mikroelektronikindustrie niederschlagen. Die Halbleiter, die in Europa produziert werden, unterstützen Industrien in Europa – und das soll auch so bleiben.“

Bei seinem Besuch bei BMW hatte Kommissar Breton Gelegenheit, sich beim BMW iX und BMW Level 3 AD selbst ans „Steuer“ zu setzen und das BMW Hydrogen Test Vehicle zu testen.

Bei Infineon informierte sich der Kommissar über Halbleiterlösungen für Elektromobilität und autonomes Fahren sowie Infineon-Lösungen, die es erst ermöglichen, aus Sonne und Wind Grünen Strom zu erzeugen.

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