Die Einsamkeit hat sich in der EU während der Pandemie verdoppelt

(26.07.2021) Ein Viertel der Menschen in Europa hat sich in den ersten Monaten der Coronavirus-Pandemie einsam gefühlt. Dies geht aus einem heute (Montag) veröffentlichten Bericht der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der EU-Kommission hervor.

Der Bericht enthält die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über Einsamkeit und soziale Isolation in der EU und analysiert eine Umfrage der Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen (Eurofound). Demnach hat sich das Gefühl der Einsamkeit in den ersten Monaten der Pandemie in allen Altersgruppen europaweit verdoppelt. Bei den 18- bis 35-Jährigen stieg die Einsamkeit im Vergleich zu 2016 um das Vierfache an.

Die für Demokratie und Demografie zuständige Vizepräsidentin, Dubravka Šuica, erklärte dazu: „Die Coronavirus-Pandemie hat Probleme wie Einsamkeit und soziale Isolation in den Vordergrund gerückt. Diese Gefühle existierten bereits, aber sie waren der Öffentlichkeit weniger bewusst. Mit diesem neuen Bericht können wir beginnen, diese Probleme besser zu verstehen und zu bekämpfen. Zusammen mit anderen Initiativen, wie dem Grünbuch über das Altern, haben wir die Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie wir gemeinsam eine widerstandsfähigere Gesellschaft mit stärkerem Zusammenhalt und eine bürgernähere EU aufbauen können."

Die Medienberichterstattung in der EU über das Phänomen der Einsamkeit verdoppelte sich ebenfalls während der Pandemie, wobei das Bewusstsein für dieses Thema in den einzelnen Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich ausgeprägt war. In einigen Ländern, darunter auch Deutschland (aber auch z. B. in Italien, Spanien, Frankreich und Schweden), war Einsamkeit ein großes Thema in den Medien, während es in anderen Ländern viel weniger im Vordergrund stand. Der JRC-Bericht untersucht auch Initiativen zur Bekämpfung der Einsamkeit in 10 EU-Mitgliedstaaten.

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