EU-Kommission legt Fangmöglichkeiten in der Ostsee für 2022 vor: Dorsch und Hering sollen sich erholen

(26.08.2021) Die EU-Kommission hat heute (Donnerstag) ihren Vorschlag für die Fangmöglichkeiten in der Ostsee für das Jahr 2022 angenommen. Sie schlägt vor, die Fangmöglichkeiten für Hering im Rigaischen Meerbusen zu erhöhen, während die derzeitigen Obergrenzen für Sprotte, Scholle und Beifänge von Dorsch in der östlichen Ostsee beibehalten werden sollen.

Bei den verbleibenden Beständen sollen die Fangmöglichkeiten verringert werden, damit diese Bestände nachhaltiger befischt werden und sich andere Bestände wie Dorsch und Hering besser erholen können. Auf der Grundlage dieses Vorschlags werden die EU-Länder für die wichtigsten kommerziell genutzten Arten festlegen, wie viel Fisch in der Ostsee gefangen werden darf.

Der Kommissar für Umwelt, Meere und Fischerei, Virginijus Sinkevičius, sagt dazu: „Der schlechte Umweltzustand der Ostsee hat erhebliche Auswirkungen für die Fischerinnen und Fischer vor Ort, da sie auf gesunde Fischbestände angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Deshalb tut die Kommission alles in ihrer Macht Stehende, damit sich diese Bestände wieder erholen, und der heutige Vorschlag ist ein Baustein auf dem Weg zu diesem Ziel. Der Zustand der Ostsee wird allerdings nicht nur durch die Fischerei beeinflusst. Daher müssen alle ihren Teil dazu beitragen, die langfristige Nachhaltigkeit dieses wertvollen Meeresbeckens zu gewährleisten.“

In den zurückliegenden zehn Jahren haben die Fischerinnen und Fischer, die Industrie und die Behörden in der EU erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Fischbestände in der Ostsee wiederaufzufüllen. In den Fällen, in denen vollständige wissenschaftliche Gutachten vorlagen, wurden bereits Fangmöglichkeiten im Einklang mit dem Grundsatz des höchstmöglichen Dauerertrags (MSY) festgelegt. Dies trifft auf sieben von acht Beständen zu, die mengenmäßig 95 Prozent der Anlandungen ausmachen. Im Jahr 2019 stellten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jedoch fest, dass die Lage schlechter war als zuvor angenommen. Nach wie vor sind entschlossene Maßnahmen erforderlich, um alle Bestände wiederaufzufüllen und sicherzustellen, dass sie ein nachhaltiges Niveau erreichen oder auf diesem Niveau bleiben.

Die vorgeschlagenen zulässigen Gesamtfangmengen (TACs) beruhen auf den besten verfügbaren und durch Fachleute geprüften wissenschaftlichen Gutachten des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) und folgen dem mehrjährigen Bewirtschaftungsplan für die Ostsee‚ der 2016 vom Europäischen Parlament und vom Rat angenommen wurde. Für Dorsch in der westlichen Ostsee, Hering in der westlichen Ostsee und Lachs wird die Kommission ihren Vorschlag aktualisieren, sobald die einschlägigen wissenschaftlichen Gutachten vorliegen (voraussichtlich Mitte September).

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