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Kommission schlägt Fangquoten für 2020 für Nordsee und Atlantik vor

(24.10.2019) Die Kommission hat heute in Vorbereitung für den Rat für Fischerei am 16. und 17. Dezember ihren Vorschlag für die Fangmöglichkeiten im Jahr 2020 für 72 Bestände im Atlantik und in der Nordsee angenommen.

Für 32 Bestände wird die Fangquote entweder erhöht oder bleibt unverändert; für 40 Bestände wird die Quote reduziert. Die Kommission schlägt zum Beispiel vor, die Quoten für die Makrele in der Nordsee vor der deutschen Küste um 9 Prozent zu senken.

 

Die Fangmöglichkeiten oder Total Allowable Catches (TACs) sind Quoten für die meisten kommerziellen Fischbestände, um gesunde Bestände zu erhalten oder wiederherzustellen, während die Industrie gleichzeitig von der Fischerei mit der höchsten Menge an Fisch profitieren kann.

Karmenu Vella, Kommissar für Umwelt und Fischerei erklärte: „Der heutige Vorschlag stärkt unsere Bemühungen um eine nachhaltige Fischerei in den Gewässern des Atlantiks und der Nordsee. In den letzten Jahren haben wir einen stetigen Anstieg der Zahl der gesunden Bestände und damit auch der Gewinne unseres Fischereisektors zu verzeichnen. Dies ist das Ergebnis verantwortungsvoller Bewirtschaftung und kontinuierlicher Bemühungen, vor allem unserer Fischer, die als erste unsere Erhaltungsmaßnahmen umsetzen und auch am meisten von höheren Erträgen profitieren. Mit einem solchen nachhaltigen Engagement wird 2020 ein weiteres Jahr der Fortschritte für die europäische Fischerei sein.“

Seit dem 1. Januar 2019 gilt die Anlandeverpflichtung für die EU-Fischereiflotten: Alle Fänge regulierter kommerzieller Arten (einschließlich Beifang) müssen angelandet und auf die Quoten der einzelnen Mitgliedstaaten angerechnet werden; im heutigen Vorschlag hat die Kommission bereits die Beträge, die den vereinbarten Ausnahmen von der Anlandeverpflichtung entsprechen, von den avisierten Fängen abgezogen.

Im Einklang mit den Zielen und dem Rechtsrahmen der Gemeinsamen Fischereipolitik   schlägt die Kommission Fangmöglichkeiten für die Bestände mit einer umfassenden wissenschaftlichen Bewertung bei „maximalem nachhaltigem Ertrag“ (MSY) und für andere Bestände bei „Vorsorgewerten“ vor. Der Vorschlag folgt dem Rat des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES).(link is external)

Die nachhaltige Fischerei hat in der EU erhebliche Fortschritte gemacht: 2019 werden 59 Bestände auf MSY-Niveau gefischt, gegenüber 53 im Jahr 2018 und nur 5 im Jahr 2009. Das bedeutet, dass der Druck durch Fischerei auf ein Niveau begrenzt ist, das eine gesunde Zukunft für die Fischbestände unter Berücksichtigung sozioökonomischer Faktoren ermöglicht. Die Kommission arbeitet mit den Mitgliedstaaten zusammen, um die Fischer bei der Erreichung des Ziels zu unterstützen, bis 2020 alle Bestände auf einem nachhaltigen Niveau zu befischen, wie es in der Gemeinsamen Fischereipolitik festgelegt ist. Mit zunehmender Größe einiger wichtiger Fischbestände - zum Beispiel Schellfisch in der Keltischen See und Seezunge im Bristolkanal - steigt auch die Rentabilität des Fischereisektors mit einem geschätzten Bruttogewinn von 1,3 Mrd. Euro für 2019.

Der heutige Vorschlag wird den EU-Mitgliedstaaten auf der Tagung des Rates für Fischerei am 16. und 17. Dezember in Brüssel zur Erörterung und Entscheidung vorgelegt. Die neuen Quoten sollen ab dem 1. Januar 2020 gelten.

 

Details des Vorschlags

Für 2020 bieten die Mehrjahrespläne für die Nordsee und die westlichen Gewässer den Rahmen für die Anpassung der Bewirtschaftungsmaßnahmen an komplexe gemischte Fischereien sowie für die Vermeidung extremer Schwankungen der TACs. Zum Beispiel:

· Die Kommission schlägt vor, die Senkung der TACs für den nördlichen und südlichen Seehecht auf -20% zu begrenzen und dabei den oberen Teil des MSY-Bereichs gemäß dem Mehrjahresplan für die westlichen Gewässer zu nutzen. Die Bestände haben eine gesunde Biomasse, daher würde eine begrenzte Reduzierung des Fangdrucks ausreichen, um die Bestände in gutem Zustand zu halten, so die Wissenschaftler.

· Die TAC für Schellfisch in der Keltischen See könnte nach den Empfehlungen des ICES massiv steigen (+100%), aber die Kommission schlägt eine Erhöhung um 30% vor, indem sie den unteren Teil der MSY-Reichweite nutzt, um den empfindlichen Kabeljaubestand zu schützen, der als Beifang von Schellfisch gefangen wird.

· Wo es keine Mehrjahrespläne gibt, hat sich die Kommission mit den Managementstrategien der Beratungsgremien befasst, die vom ICES als nachhaltig bewertet wurden. So hat die Kommission beispielsweise für die südliche Makrele vorgeschlagen, die Managementstrategie des Pelagischen Beirats zu verfolgen, der eine Reduzierung der Quote um 50 % empfiehlt.

· Die Kommission hat auch Schutzmaßnahmen vorgeschlagen, um sicherzustellen, dass sich die Menge an Kabeljau und Wittling in der Keltischen See wieder auf ein sicheres Niveau erholt. Diese Maßnahmen umfassen eine erhöhte Selektivität, Verschlüsse und eine angemessene Kontrolle, um illegale Rückwürfe zu verhindern.

· Die Kommission schlägt vor, das Quotentauschsystem für die Beifänge fortzusetzen. Dies sind Quoten für Bestände, die als Beifänge in anderen gesunden Zielfischereien gefangen werden. Dieses System stellt sicher, dass Mitgliedstaaten, die keine Quote für einen dieser Beifangbestände haben, weiterhin nach anderen Zielbeständen fischen können. Die genauen Beträge für die Beifang-TACs und die Begleitmaßnahmen werden zu einem späteren Zeitpunkt nach Vorlage der wissenschaftlichen Gutachten des ICES veröffentlicht.

Der Vorschlag betrifft die von der EU allein verwalteten Bestände und die in Zusammenarbeit mit Drittländern wie Norwegen oder über regionale Fischereiorganisationen (RFO) verwalteten Bestände. Für viele der betroffenen Bestände laufen noch internationale Verhandlungen, und einige weitere Bestände warten auf wissenschaftliche Beratung. Hierfür werden die Zahlen zu einem späteren Zeitpunkt berücksichtigt.

Wissenschaftliche Gutachten: Bei den vorgeschlagenen TACs wurden die wissenschaftlichen Gutachten des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES) und des Wissenschafts-, Technik- und Wirtschaftsausschusses für die Fischerei (STECF) gebührend berücksichtigt.

Darüber hinaus wurden auf der Grundlage des Konsultationspapiers der Kommission auch die Interessenträger konsultiert.

 

 

Weitere Informationen:

Vollständige Pressemitteilung inklusive detaillierter Tabellen mit genauen Angaben zu den heutigen Vorschlägen für den Atlantik und die Nordsee 

TACs und Quoten

Mehrjährige Bewirtschaftungspläne

Karte der Fanggebiete

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