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Migranten auf griechischen Inseln: Deutschland nimmt Minderjährige auf, Verlegung in Hotels geht voran

(17.04.2020) Morgen werden rund 50 unbegleitete Minderjährige von den griechischen Inseln nach Deutschland gebracht.

Die Umsiedlung erfolgt im Rahmen eines Programms, das die EU-Kommission und die griechischen Behörden mit Unterstützung des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR), der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen (EASO) organsiert haben. EU-Innenkommissarin Ylva Johansson sagte: „Es ermutigt mich sehr, dass sich nach den Flügen nach Luxemburg und Deutschland in dieser Woche und weiteren in nächster Zeit nun mehr Länder beteiligen wollen. So sollte Solidarität in der EU funktionieren." Sie bestätigte zudem, dass in den kommenden zwei Wochen 2400 kranke und ältere Menschen zum Schutz vor COVID-19 aus den Lagern in Hotels und Wohnungen auf den griechischen Inseln gebracht werden.

Dies geschehe auf Basis des Aktionsplans, den die Kommission in Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie zusammen mit der griechischen Regierung und UN-Agenturen erarbeitet hatte. „Wir haben rasch auf die Gefahr reagiert, dass sich der Coronavirus in den Lagern auf den Inseln ausbreiten könnte,“ sagte die Kommissarin. „In den kommenden zwei Wochen werden 2400 der am meisten gefährdeten Menschen verlegt werden, um ihre Gesundheit zu schützen.“

Im März hatte die Kommission eine Initiative zur Umsiedlung unbegleiteter Kinder und Jugendlicher aus Griechenland in andere Mitgliedstaaten angekündigt. Die ersten zwölf unbegleiteten Minderjährige waren am Mittwoch nach Luxemburg gebracht worden. Weitere Umsiedlungen sollen folgen.

Bislang haben die Mitgliedstaaten 1.600 Plätze zugesagt. Die Initiative richtet sich in erster Linie an unbegleitete Minderjährige, kann aber auch Kinder mit ihren Familien mit besonderen Bedürfnissen einschließen. Bislang nehmen folgende zehn Mitgliedstaaten an der Initiative teil: Belgien, Bulgarien, Frankreich, Kroatien, Finnland, Deutschland, Irland, Portugal, Luxemburg und Litauen sowie die Schweiz.

Hintergrund

Auf den griechischen Inseln befinden sich derzeit mehr als 42.000 Migranten, darunter rund 1.500 unbegleitete Minderjährige.

Die Kommission hat Griechenland kontinuierlich dabei unterstützt, die Migrationsproblematik zu bewältigen. In diesem Zusammenhang wurden über 2,23 Mrd. Euro bereitgestellt und Mitarbeiter europäischer Agenturen und der Kommission nach Griechenland entsandt, um das Land beim Grenzmanagement, bei Asyl- und Rückführungsverfahren, in technischen Durchführungsfragen sowie bei der operativen Planung und Koordinierung zu unterstützen.

In dieser Woche kündigte die Kommission zusätzliche finanzielle Mittel für Griechenland in Höhe von bis zu 700 Mio. Euro an, um das Grenz- und Migrationsmanagement, erweiterte operative Einsätze der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache (Frontex) und das Europäische Unterstützungsbüro für Asylfragen sowie die Einführung des Katastrophenschutzverfahrens zu unterstützen.

 

 

Weitere Informationen:

Daily News vom 15. April 

Pressemitteilung (6. März): Kommission ergreift Maßnahmen, um Lösungen für unbegleitete minderjährige Migranten auf griechischen Inseln zu finden

Pressekontakt: Katrin Abele (link sends e-mail), Tel.: +49 (30) 2280-2140

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail(link sends e-mail) oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

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