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Gemeinsam gegen Malaria: Europäische Kommission, Europäische Investitionsbank und Investitionsbank Berlin gründen 70-Millionen-Euro-Fonds

(04.06.2020) Die Europäische Investitionsbank (EIB), die Europäische Kommission und die Investitionsbank Berlin (IBB) haben den Abschluss der ersten Finanzierungsrunde für den EU Malaria Fund bekannt gegeben.

Die Kommission und die EIB schießen zunächst 64 Mio. Euro in den Fonds ein. Er soll die Lücke zwischen Forschung und Markt schließen und realisierbare und preiswerte innovative Lösungen zur Prävention und Behandlung von Malaria ermöglichen. Weitere sechs Mio. Euro bringen mehrere nationale und private Investoren auf, darunter die IBB und die Bill & Melinda Gates Stiftung.

Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, sagte: „Wir bündeln unsere Kräfte, um gemeinsam mit anderen Investoren die Gesundheit zu schützen und Leben zu retten. Der neue EU Malaria Fund soll mit einem Beitrag der EU von insgesamt mehr als 110 Millionen Euro die Forschung vorantreiben und Marktlösungen im Kampf gegen diese vermeidbare tödliche Krankheit beschleunigen. Er ist ein Beispiel dafür, wie wichtige globale Akteure mit vereinten Kräften Infektionskrankheiten wie die Malaria bekämpfen und denen helfen können, die es am nötigsten haben.“

Der Hauptbeitrag für den Fonds kommt aus dem EU-Programm InnovFin , das aus dem EU-Programm Horizont 2020 finanziert und von Kommission und EIB gemeinsam verwaltet wird. Ein Teil des Projekts wird über den Europäischen Fonds für strategische Investitionen(link is external) besichert, die finanzielle Säule der Investitionsoffensive für Europa. Mit dieser Initiative wollen EIB und Kommission 500 Mrd.  Euro für die europäische Wirtschaft mobilisieren.

Insgesamt soll der EU Malaria Fund Investitionen von 150 Mio. Euro bündeln. Finanziert werden die Unternehmen durch Venture Debt. Die beiden ersten Investitionen sind für das italienische Unternehmen AchilleS Vaccines(link is external) und für das österreichische Unternehmen Themis Bioscience GmbH(link is external) vorgesehen.

Das Biotech-Unternehmen AchilleS Vaccines mit Sitz in Siena ist auf Forschung in den Bereichen Malaria, Antibiotikaresistenz und in jüngster Zeit auch Covid-19 spezialisiert. Es verfolgt einen innovativen Ansatz in der Entwicklung eines Malaria-Impfstoffs und bietet therapeutische und präventive Maßnahmen gegen Covid-19 auf der Basis der umgekehrten Impfstoffentwicklung. Themis, das andere Unternehmen, das auf Unterstützung des Fonds zählen kann, hat eine Plattform für schnelle Fortschritte bei Immunmodulationstherapien für eine Reihe von Infektionskrankheiten und Krebs entwickelt. Themis‘ Impfstoffkandidat gegen Chikungunya, eine von Mücken übertragene Krankheit, die sich weltweit verbreiten könnte, nutzt diese Plattform. In klinischen Studien hat dieser Impfstoffkandidat bereits ein ausgezeichnetes Sicherheits- und Immunogenitätsprofil gezeigt. Themis‘ Know-how könnte sich auch als besonders wertvoll für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19 und Malaria erweisen.

Der EU Malaria Fund kombiniert Mittel der Europäischen Union, der Europäischen Investitionsbank, der Investitionsbank Berlin, der Bill & Melinda Gates Stiftung und anderer nationaler und privater europäischer Akteure. Die National Academy of Medicine der Vereinigten Staaten will unabhängige Entscheidungshilfe leisten und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Stärken und Schwächen des Einschaltungssystems des Fonds analysieren. Der Fonds unterstützt die Umsetzung der globalen technischen Malaria-Strategie 2016–2030 der Weltgesundheitsorganisation(link is external)  und nutzt dabei die technische Expertise der WHO und die Finanzkraft der EIB. Verwaltet wird er von der IBB-Gruppe, der Förderbank-Gruppe des Landes Berlin.

Hintergrund

Alle zwei Minuten stirbt ein Kind an Malaria. Besonders gefährdet sind Schwangere und Kinder(link is external) unter fünf Jahren, aber auch Arme, Immungeschwächte und Randgruppen. Obwohl Malaria vermeidbar und heilbar ist, sterben nach wie vor jedes Jahr über 400.000 Menschen an dieser Krankheit – die meisten davon in Afrika. In den vergangenen zwei Jahrzehnten konnte die Krankheitslast mit Unterstützung der Europäischen Union und anderer globaler Partner deutlich verringert werden. Durch die Folgen der Erderwärmung, zunehmende Resistenzen gegen verfügbare Behandlungen und Insektizide, eine vermehrte Reisetätigkeit und verstärkte Migrationsbewegungen droht möglicherweise jedoch eine völlig andere epidemiologische Lage. Zudem könnte nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation die Covid-19-Pandemie den Kampf gegen Malaria um 20 Jahre zurückwerfen(link is external). Deshalb muss die Produktentwicklung durch nachhaltige, kombinierte Finanzierungslösungen intensiviert werden.

Das Programm InnovFin – EU-Mittel für Innovationen wurde 2014 von der Europäischen Kommission und der EIB-Gruppe ins Leben gerufen. Sein Ziel ist es, eine neue Generation von Finanzierungsinstrumenten und Beratungsdiensten anzubieten, um innovativen Firmen innerhalb und außerhalb Europas den Zugang zu Finanzierungen zu erleichtern. Finanziert wird es aus Horizont 2020, dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung.

 

 

Weitere Informationen:

EIB-Pressemitteilung: Gemeinsam gegen Malaria: EIB, Europäische Kommission und Investitionsbank Berlin richten Fonds mit 70 Millionen Euro ein(link is external)

Pressekontakt EIB: Antonie Kerwien(link sends e-mail), Tel.: +352 4379 - 82175

Pressekontakt Vertretung: Gabriele Imhoff(link sends e-mail), Tel.: +49 (30) 2280-2820

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail(link sends e-mail) oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

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