Europa-Informationszentrum für die Region zwischen Elbe, Weser und Aller beim Amt für regionale Landesentwicklung Lüneburg

Bericht zeigt Auswirkungen des demografischen Wandels in Europa

(17.06.2020) Wie entwickeln sich Altersstruktur, Lebenserwartung und Beschäftigungsquoten in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten bis 2070?

Diese und weitere Fragen analysiert ein heute von der EU-Kommission veröffentlichter Bericht zum demografischen Wandel. Neben den langfristigen demografischen Trends zeigt der Bericht die Triebkräfte und Auswirkungen des demografischen Wandels in Europa auf. Der Bericht ist der Auftakt für weitere Initiativen der Kommission, mit denen die am stärksten betroffenen Menschen, Regionen und Gemeinschaften unterstützt werden könnten. Er wird insbesondere die Grundlage für das bevorstehende Grünbuch über das Altern und die langfristige Vision für den ländlichen Raum bilden.

In Deutschland zeigen sich einige klare Trends: so verringert sich die erwerbstätige Bevölkerung zwischen 20-64 Jahren bis 2070, während die über 80-Jährigen einen größeren Anteil an der Bevölkerung einnehmen. Diese Entwicklung ist auch EU-weit zu beobachten: während 2019 noch 265 Millionen Menschen im erwerbstätigen Alter waren, werden es 2070 nur 220 Millionen sein. Der Bericht gibt Aufschluss über langfristige demografische Trends in den Regionen Europas – von einer höheren Lebenserwartung bis hin zu niedrigeren Geburtenraten, überalternden Gesellschaften, kleineren Haushalten und zunehmender Verstädterung.

Der Bericht verdeutlicht auch den rückläufigen Anteil Europas an der Weltbevölkerung: er wird von aktuell 6 Prozent bis zum Jahr 2070 voraussichtlich auf weniger als 4 Prozent sinken, während im gleichen Zeitraum der Anteil der Bevölkerung Afrikas an der Weltbevölkerung von 9 auf 32 Prozent wachsen wird.

Kommissionsvizepräsidentin Dubravka Šuica‚ zuständig für Demokratie und Demografie, erklärte hierzu: „Die Krise hat viele Schwachstellen offenbart, von denen einige mit dem tief greifenden demografischen Wandel zusammenhängen, von dem unsere Gesellschaften und Gemeinschaften in ganz Europa bereits betroffen sind. Diese doppelte Herausforderung muss mit dazu beitragen, wie wir in den nächsten Jahrzehnten über Gesundheitsversorgung, Wohlstand, öffentliche Haushalte und öffentliches Leben denken. Sie muss uns dabei helfen, Fragen wie den Zugang zu Dienstleistungen, wohnortnahe Betreuung und sogar Einsamkeit anzugehen. Dabei geht es letztlich um die Art und Weise unseres Zusammenlebens. Die Bewältigung des demografischen Wandels ist für den Aufbau einer gerechteren und widerstandsfähigeren Gesellschaft von entscheidender Bedeutung.“

Der Bericht veranschaulicht die erheblichen Unterschiede im demografischen Wandel zwischen den Regionen sowie die Notwendigkeit, seine Auswirkungen auf Wachstum und Nachhaltigkeit, Beschäftigung, Gesundheit und Langzeitpflege in verschiedenen Teilen Europas anzugehen. Überdies werden die Zusammenhänge zwischen den demografischen Strukturen und den Auswirkungen und dem Potenzial zur Erholung von der Krise hervorgehoben.

Der Bericht wird durch länderspezifische Factsheets und eine vollständige statistische Aufgliederung ergänzt, die auf der neuen Website der Kommission zur Demografie zu finden sind.

 

 

Weitere Informationen:

 Pressemitteilung: Europäische Kommission verabschiedete Bericht über die Auswirkungen des demografischen Wandels in Europa

Bericht über die Auswirkungen des demografischen Wandels

Factsheets, einschließlich Factsheets zu nationalen Entwicklungen

Eurostat-Factsheet zur demografischen Entwicklung in Deutschland

Arbeitsunterlage der Kommissionsdienststellen zum Bericht über die Auswirkungen des demografischen Wandels

Pressekontakt: Katrin Abele(link sends e-mail), Tel.: +49 (30) 2280-2140

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail(link sends e-mail) oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

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