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EU unterstützt Menschen im Jemen mit humanitärer Luftbrücke

(23.07.2020) Als Reaktion auf die Coronavirus-Krise ist über die humanitäre Luftbrücke der EU ein weiterer Flug aus Lüttich in Belgien in den Jemen gestartet.

Auf diesem Weg wird medizinisches und anderes notwendiges Material in den Jemen geliefert, um die humanitäre Hilfe für das Land zu verstärken und die schwächsten Bevölkerungsgruppen zu unterstützen. Schweden und die EU hatten sich hierfür gemeinsam eingesetzt. Zusätzlich stellt die EU weitere 70 Mio. Euro bereit, um die Hilfe in ganz Jemen aufzustocken. Damit beläuft sich die von der EU geleistete humanitäre Hilfe im Jahr 2020 auf 115 Mio. Euro.

Janez Lenarčič‚ EU-Kommissar für Krisenmanagement, erklärte dazu: „Die EU-Luftbrücke in den Jemen ist die größte Operation dieser Art, seit wir mit den Hilfsflügen in vom Coronavirus betroffene Länder begonnen haben. Die Luftbrücke und die Bereitstellung zusätzlicher Mittel zeigen, wie dringend die Bevölkerung Jemens unsere Hilfe benötigt. Die rasche Ausbreitung des Coronavirus in einem Land, das bereits mit der schlimmsten humanitären Krise der Welt konfrontiert ist, führt zu weiterem Leid. Die Hilfe muss heute kommen, nicht morgen. Ich fordere alle Konfliktparteien nachdrücklich auf, ihrer internationalen Verpflichtung nachzukommen, unparteiischen humanitären Hilfsorganisationen ungehinderten Zugang zu gewähren, damit den Menschen in Jemen geholfen werden kann.“

Die humanitäre Luftbrücke der EU wurde aufgrund der logistischen Hindernisse und Einschränkungen angesichts der Coronavirus-Pandemie eingerichtet, da die üblichen Versorgungswege stark beeinträchtigt sind. Auf diesem Weg soll medizinisches und anderes grundlegendes Material in den Jemen geliefert werden, um die humanitäre Hilfe für das Land zu verstärken und insgesamt über 220 Tonnen grundlegender Güter an die schwächsten Bevölkerungsgruppen im Land zu liefern.

Bis Anfang August sollen über die humanitäre Luftbrücke der EU nach Jemen dringend benötigte humanitäre Güter sowohl nach Aden als auch nach Sanaa transportiert werden. Mit der Hilfslieferung wird zum einen die Reaktion auf die Coronakrise unterstützt, aber sie ermöglicht unter anderem auch die Weiterführung anderer lebensrettender humanitärer Programme durch UN-Organisationen, internationale Nichtregierungsorganisationen und die Bewegung des Roten Kreuzes/Roten Halbmonds. Die von der EU finanzierten humanitären Maßnahmen im Jemen konzentrieren sich auf die Nothilfe für die vom Konflikt betroffene Zivilbevölkerung, einschließlich der Reaktion auf akute Unterernährung, Ernährungsunsicherheit, Naturkatastrophen und Epidemien.

Die Zusammenarbeit aller Parteien mit den Vereinten Nationen und anderen humanitären Organisationen ist hierbei von entscheidender Bedeutung. Fünf Jahre nach Beginn des Konflikts hat die Krise in Jemen ihren Tiefpunkt erreicht. Anfang 2020 benötigten 80 Prozent der Bevölkerung in irgendeiner Form humanitäre Hilfe und Schutz. Geringere Finanzmittel und verschärfte Zugangsbeschränkungen führen jetzt zu noch größerem Elend und erhöhen die Vulnerabilität. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie in einem Land mit zusammengebrochenen Gesundheitsdiensten und einer stark angeschlagenen Wirtschaft könnten zu Hungersnöten führen.

Seit Beginn des Konflikts im Jahr 2015 hat die Europäische Union 896 Mio. Euro für die Bewältigung der Krise in Jemen bereitgestellt, darunter 554 Mio. Euro für humanitäre Hilfe und 318 Mio. Euro für Entwicklungshilfe. Dadurch war es möglich, lebenswichtige Hilfe zu leisten, u. a. durch die Bereitstellung von Nahrungsmitteln, Gesundheitsversorgung, Schulunterricht, Wasserversorgung, Unterkünften und Hygienekits. Bereits vor der Corona-Pandemie standen Vorsorge und Reaktion beim Ausbruch von Epidemien im Mittelpunkt der EU-Strategie für den Jemen. Zur Bekämpfung der Cholera- und Coronavirus-Epidemien finanziert die EU außerdem Behandlungszentren und Präventionsmaßnahmen.

 

Weitere Informationen

Die vollständige Pressemitteilung

Humanitäre Luftbrücke der EU 

Humanitäre Hilfe der EU für Jemen 

Pressekontakt: Laura Bethke (link sends e-mail), Tel.: +49 (30) 2280- 2200

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail(link sends e-mail) oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

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