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Von der Leyen-Kommission erinnert zum Holocaust-Gedenktag für die Roma an die Pflicht zum Schutz von Minderheiten

(31.07.2020) Vor dem Holocaust-Gedenktag für die Roma am 2. August haben Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Vizepräsidentin Vera Jourová und die für Gleichheitspolitik zuständige Kommissarin Helena Dalli an die Pflicht Europas erinnert, seine Minderheiten vor Rassismus und Diskriminierung zu schützen.

„Heute gedenken wir der Hunderttausenden Roma, die Opfer des Holocaust geworden sind. Wir erkennen es als unsere moralische Pflicht an, das Leiden der Menschen, die unter dem Nazi-Regime verfolgt wurden, anzuerkennen und daran zu erinnern. Zu diesen Menschen gehören auch die Roma. Die Erinnerung an ihre Verfolgung führt uns die Notwendigkeit vor Augen, die Herausforderungen anzugehen, mit denen sie auch heute noch konfrontiert sind und die allzu oft übersehen werden.“

„Da die Zahl der Überlebenden und Zeitzeugen dieser Gräueltaten sinkt, ist es mehr denn je unsere Pflicht, ihre Erinnerungsarbeit fortzusetzen und ihre Schilderungen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Deshalb gedenken wir heute Raymond Gurême, historisch bedeutende Persönlichkeit der französischen Roma-Gemeinschaft und Holocaust-Überlebender, der dieses Jahr am 24. Mai im Alter von 94 Jahren verstorben ist. Er wird uns stets als jemand in Erinnerung blieben, der sich unermüdlich für die Rechte und Würde der Roma eingesetzt, alle Formen des Rassismus bekämpft und sich um die Anerkennung des Porajmos bemüht hat.

Europa steht in der Pflicht, die hier lebenden Minderheiten vor Rassismus und Diskriminierung zu schützen. Wir müssen dem Antiziganismus mit Offenheit und Akzeptanz, den Hassreden und Hassverbrechen mit Toleranz und Achtung der Menschenwürde und Mobbing mit Aufklärung über den Holocaust begegnen. Vor allem aber müssen wir Vielfalt als ein wertvolles Geschenk betrachten, das Europa stark und widerstandsfähig macht.

Deshalb fordert die Kommission alle Mitgliedstaaten auf, sich der Zusage anzuschließen, Rassismus und Diskriminierung ein Ende zu setzen, von denen die großen ethnischen Roma-Minderheiten extrem betroffen sind. Wir fordern die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, sich zu einem neuen Strategischen Rahmen der EU zur Gleichstellung, Inklusion und Teilhabe der Roma zu verpflichten, um soziale Gerechtigkeit und mehr Gleichheit in jeder Hinsicht zu erreichen.“

Hintergrund

2015 hat das Europäische Parlament den 2. August als jährlichen „Europäischen Holocaust-Gedenktag für die Roma“ zum Gedenken an die 500 000 Roma ausgerufen, die im von den Nazis besetzten Europa ermordet wurden. Damit fiel mindestens ein Viertel der damaligen Roma-Bevölkerung dem Holocaust zum Opfer.

Am 2. August 2019 nahm Vizepräsidentin Věra Jourová an der Gedenkfeier in Auschwitz-Birkenau teil, mit der an den 75. Jahrestag der Ermordung der letzten verbliebenen Roma im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau erinnert wurde.

Am 23. Januar 2020 reiste Präsidentin von der Leyen nach Jerusalem, wo sie mit Staats- und Regierungschefs aus aller Welt am World Holocaust Forum 2020 unter dem Titel „An den Holocaust erinnern, Antisemitismus bekämpfen“ teilnahm. Das Forum fand im Vorfeld des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust statt, der am 27. Januar begangen wird und diesmal dem 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau gewidmet war.

Am 2. August dieses Jahres wird Kommissarin Dalli auf Einladung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma Hauptrednerin auf der virtuell stattfindenden offiziellen Holocaust-Gedenkfeier anlässlich des europäischen Holocaust-Gedenktags für die Sinti und Roma sein.

 

Weitere Informationen :

Erklärung von Präsidentin von der Leyen, Vizepräsidentin Jourová und Kommissarin Dalli zum Europäischen Holocaust-Gedenktag für die Roma 2020

Integration der Roma in der EU 

Bericht über die Umsetzung der nationalen Strategien zur Integration der Roma 2019

Bericht der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte: Eine anhaltende Sorge: Roma-Feindlichkeit als Hindernis für die Integration der Roma (nur EN). 

Die Europäische Plattform für die Integration der Roma

Pressekontakt: Katrin Abele, Tel.: +49 (30) 2280-2140

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail (link sends e-mail)oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

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