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Coronavirus: EU und WHO gründen gemeinsamen Förderrat zur schnelleren Entwicklung von Impfstoffen, Tests und Behandlungen

(11.09.2020) Die Entwicklung und der Einsatz von Impfstoffen, Tests und Behandlungen gegen COVID-19 sollen mit einem gemeinsamen Förderrat von EU und WHO beschleunigt werden.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und der WHO-Generaldirektor, Tedros Adhanom Ghebreyesus, haben dazu einen Hochrangigen Förderrat ins Leben gerufen.

Ursula von der Leyen erklärte: Mit dem heutigen Start des Förderrats kommen wir unserem globalen Ziel einen Schritt näher: Wir wollen, dass überall auf der Welt jeder, der Impfstoffe, Tests und Behandlungen gegen das Coronavirus braucht, sie auch erhält. Die EU wird ihre ganze Überzeugungskraft dafür einsetzen, dass die Welt im Kampf gegen das Coronavirus geeint bleibt. Norwegen und Südafrika führen als Vertreter der nördlichen und der südlichen Halbkugel den Vorsitz, was in Verbindung mit der Sachkenntnis der WHO und unserer internationalen Partner sicherstellt, dass kein Land und keine Region zurückgelassen wird.“

Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO, sagte: „Jeden Tag verlieren durch COVID-19 beinahe 5.000 Menschen ihr Leben, und die Weltwirtschaft dürfte in diesem Jahr in einer Größenordnung von mehreren Billionen Dollar schrumpfen. Noch nie gab es bessere Gründe, in die Beendigung der Pandemie zu investieren. Der ACT-Accelerator ist die beste Lösung, um für einen gleichberechtigten Zugang zu Impfstoffen, Diagnostika und Behandlungen zu sorgen, allerdings besteht derzeit eine Finanzierungslücke von 35 Mrd. US-Dollar. Eine vollständige Finanzierung des ACT-Accelerators würde nicht nur die Pandemie verkürzen, sondern diese Investition würde sich durch die Erholung der Weltwirtschaft auch rasch auszahlen.“

Die für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zuständige EU-Kommissarin Stella Kyriakides ergänzte: COVID-19 werden wir nur gemeinsam und weltweit überwinden können. Nur mit Solidarität, Verantwortungsbewusstsein und globaler Zusammenarbeit werden wir vorankommen. Mit dem heutigen Schritt nehmen wir unsere weltweite Führungsrolle noch stärker wahr, um die Entwicklung und gerechte Verteilung von Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika zu beschleunigen. Der Förderrat wird bei der Verwirklichung dieses Ziels eine entscheidende Rolle spielen.“

Das Gremium wird die Arbeit des globalen Kooperationsrahmens ACT-A (Access to COVID-19 Tools Accelerator) anleiten. Auf seiner ersten Tagung hat der Förderrat eine politische Erklärung verabschiedet, in der er die weltweite Zusammenarbeit als Schlüssel zum Sieg über das Virus hervorhebt. Darin wird der Stellenwert von Tests, Behandlungen, Impfungen sowie verbesserten Gesundheitssystemen für die Überwindung der Pandemie betont. In der Erklärung werden auch die bisherigen Fortschritte genannt und zusätzliche Ressourcen für die Erfüllung des Auftrags angemahnt.

Der Förderrat setzt sich aus Regierungen und Nichtregierungs-Partnern (BMGF, Wellcome-Trust) zusammen. Durch den gemeinsamen Vorsitz Norwegens und Südafrikas wird eine geografische Ausgewogenheit erreicht. Der Förderrat baut auf den Erfolgen auf, die ACT-A innerhalb von nur vier Monaten erreicht hat: mehr als 200 Impfstoffkandidaten, 1.700 klinische Prüfungen und 80 Diagnoseverfahren, die unterstützend begleitet werden, sowie 100 Länder, in denen Kapazitätslücken ermittelt werden.

Die nächsten Schritte

Abschließende Anmerkungen zur Investitionsbegründung und zum ACT-A-Plan werden am 17. September folgen, und am 30. September wird die hochrangige ACT-A-Tagung im Rahmen der Generalversammlung der Vereinten Nationen stattfinden.

Zwischen dem 15. und dem 30. September werden die Generalversammlung der Vereinten Nationen und die G20 tagen, was die Wirkung des Appells an die Staats- und Regierungschefs der Welt noch verstärken wird. Vom 12. bis zum 18. Oktober finden die Jahrestagungen der Weltbank und des IWF statt, auf denen das Ausmaß der wirtschaftlichen Herausforderungen und der Umfang der anfänglichen Zusagen geprüft werden. Von November bis März 2021 wird auf dem G20-Gipfel und anderen damit zusammenhängenden Tagungen über die Reaktion auf die verschiedenen Zusagen entschieden werden.

Und schließlich soll im Zuge der ACT-A-Überzeugungskampagne auf die größten politischen Herausforderungen eingegangen und der Finanzierungsbedarf von über 29 Mrd. Euro (35 Mrd. USD) gesichert werden.

Hintergrund

Im ACT-Accelerator (Kooperationsrahmen für einen beschleunigten Zugang zu COVID-19-Instrumenten), der Ende April 2020 ins Leben gerufen wurde, haben sich Regierungen, Wissenschaftler, Unternehmen, Organisationen der Zivilgesellschaft und Philanthropen sowie globale Gesundheitsorganisationen zusammengeschlossen (Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung(link is external), CEPI(link is external), FIND(link is external), Gavi(link is external), The Global Fund(link is external) , Unitaid(link is external), Wellcome-Trust(link is external), WHO(link is external), Weltbank(link is external) und Globale Finanzierungsfazilität(link is external)). Sein Ziel ist es, die Entwicklung allgemein zugänglicher Impfstoffe, Therapeutika und Diagnostika sowie die erforderliche Verbesserung der Gesundheitssysteme zu beschleunigen. Dem Austausch von Wissen und Daten kommt hierbei entscheidende Bedeutung zu. Der ACT-Mechanismus ist auf zwei Jahre angelegt (und verlängerbar). Es wird keine neue physische Struktur geschaffen, sondern die Sachkenntnis der bestehenden Einrichtungen und Partner genutzt.

In drei Partnerschaften zu Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika werden die Strategie festgelegt, die erforderlichen Ressourcen ermittelt und die Regeln für die Rechenschaftspflicht festgelegt. In ihnen sind Industrie, Forschung, Stiftungen, Regulierungsbehörden und internationale Organisationen entsprechend einem Ansatz vertreten, der den Wertschöpfungsketten von der Forschung über die Herstellung bis hin zum Einsatz folgt. Diese Partnerschaften arbeiten möglichst autonom und werden von einer Gruppe von staatlichen und privaten gemeinnützigen Partnern unterstützt.

Ziel von ACT-A ist es, die Gesundheitssysteme zu schützen und die Gesellschaft und die Wirtschaft wiederherzustellen, indem für eine beschleunigte Entwicklung, gerechte Zuteilung und in großem Maßstab erfolgende Auslieferung von 2 Milliarden Impfstoffdosen bis Ende 2021, von 245 Millionen Behandlungen bis Mitte 2021 und von 500 Millionen Tests bis Mitte 2021 gesorgt wird.

Die Europäische Kommission setzt sich für eine globale Lösung der Pandemie ein. Deshalb hat sie seit dem 4. Mai 2020 im Rahmen der weltweiten Coronavirus-Krisenreaktion , der globalen Aktion für den universellen Zugang zu Tests‚ Behandlungen und Impfstoffen gegen das Coronavirus und für die weltweite Erholung, fast 16 Mrd. Euro mobilisiert.

 

Weiterführende Informationen:

Pressemitteilung: Globale Reaktion auf die Coronavirus-Krise: WHO und Kommission rufen Förderrat zur Stärkung der globalen Zusammenarbeit ins Leben

Coronavirus – Krisenreaktion der EU

Pressekontakt: Claudia Guske(link sends e-mail), +49 (30) 2280-2190

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail(link sends e-mail) oder telefonisch unter (030) 2280 2900.

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