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Coronakrise: EU-weites System zum Austausch von nationalen Warn-Apps startet

(19.10.2020) Nach einer erfolgreichen Pilotphase geht heute das EU-weite System für Interoperabilität von Kontaktnachverfolgungs- und Warn-Apps in Betrieb.

Es verknüpft eine erste Reihe nationaler Apps miteinander: Deutschlands „Corona-Warn-App“, Irlands „COVID tracker“ und Italiens „Immuni“; in der kommenden Woche folgen weitere Apps. Angesichts nun wieder steigender Fallzahlen soll dieser „Datenabgleichsdienst“ das große Potential der Apps, die Übertragungsketten zu durchbrechen, noch weiter ausschöpfen.

Thierry Breton, EU-Kommissar für den Binnenmarkt, sagte: „Viele Mitgliedstaaten haben freiwillig nutzbare Kontaktnachverfolgungs- und Warn-Apps geschaffen, und die Kommission hat sie dabei unterstützt, damit diese Apps auch sicher miteinander funktionieren. Die Freizügigkeit ist fester Bestandteil des Binnenmarkts – der Datenabgleichsdienst erleichtert dies und wird uns helfen, Menschenleben zu retten.“

Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides fügte hinzu: „Coronavirus-Nachverfolgungs- und Warn-Apps können andere Maßnahmen wie verstärkte Tests und die herkömmliche Kontaktrückverfolgung wirksam ergänzen. Angesichts nun wieder steigender Fallzahlen können sie eine wichtige Rolle dabei spielen, die Übertragungsketten zu durchbrechen. Die grenzüberschreitende Funktion macht diese Apps zu noch leistungsfähigeren Werkzeugen. Unser Datenabgleichssystem, das heute in Betrieb geht, ist ein wichtiger Schritt in unserer Arbeit, und ich möchte die Bürgerinnen und Bürger auffordern, solche Apps zu nutzen, um einander zu schützen.“

Gesundheitsminister Jens Spahn sagte: „Überall in Europa nehmen die Infektionen wieder zu. Derzeit machen nationale Warn-Apps einen echten Unterschied. Denn jede Infektionskette, die dank einer App schneller unterbrochen wird, trägt zur Eindämmung der Pandemie bei. Mit dem neuen Abgleichsdienst verbinden wir Apps in ganz Europa miteinander. So können Kontaktpersonen auch während oder nach einer Auslandsreise gewarnt werden.“

Im Kampf gegen das Coronavirus haben die meisten Mitgliedstaaten beschlossen, eine Kontaktnachverfolgungs- und Warn-App herauszubringen. Insgesamt können 18 derartige Apps, die auf dezentralen Systemen beruhen, über den Datenabgleichsdienst interoperabel funktionieren. Dazu können sie nach einem bestimmten Protokoll, das mehrere Tests und Kontrollen vorsieht, und nachdem jede App aktualisiert wurde, an den Dienst angebunden werden. Die zweite Gruppe von Apps wird nächste Woche angebunden. Dann dürften sich Tschechiens „eRouška“, Dänemarks „Smitte stop“, Lettlands „Apturi COVID“ und Spaniens „Radar Covid“ anschließen; im November werden sich weitere Apps an das System anbinden. Einen Überblick über die teilnehmenden Mitgliedstaaten finden Sie auf der eigens eingerichteten Website .

Der Dienst sorgt dafür, dass die Apps auch über Grenzen hinweg reibungslos funktionieren. Daher müssen die Nutzerinnen und Nutzer nur eine App installieren. Wenn sie in ein anderes teilnehmendes europäisches Land reisen, werden sie auch dort von der Kontaktnachverfolgung profitieren und Warnmeldungen erhalten, sei es in ihrem Heimatland oder im Ausland.

Der Datenaustausch mit dem Server des Abgleichsdienstes bleibt auf ein Minimum beschränkt. Der Server empfängt auf effiziente Weise willkürlich erzeugte Kennungen und leitet sie von einer nationalen App an andere weiter. Außer den von den Apps generierten zufälligen Kennungen werden keine weiteren Informationen verarbeitet. Der Informationsaustausch erfolgt pseudonymisiert und verschlüsselt und bleibt auf das Minimum beschränkt. Alle Daten werden nur so lange gespeichert, wie es für die Rückverfolgung von Infektionen erforderlich ist. Eine Identifizierung einzelner Personen ist genauso unmöglich wie eine Ortung oder Verfolgung der Bewegung von Geräten.

Der Datenabgleichsdienst wurde nach einer Einigung der Mitgliedstaaten auf eine Reihe technischer Spezifikationen eingerichtet, um einen sicheren Informationsaustausch zwischen den Backend-Servern der nationalen Kontaktnachverfolgungs- und Warn-Apps auf der Grundlage einer dezentralen Architektur zu ermöglichen. Das System wurde in weniger als zwei Monaten von T-Systems und SAP entwickelt und eingerichtet und wird nun vom Rechenzentrum der Kommission in Luxemburg aus betrieben.

 

 

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: Coronakrise: Kommission beginnt mit Erprobung des Datenabgleichsdiensts für die Interoperabilität nationaler Kontaktnachverfolgungs‑ und Warn-Apps

Fragen und Antworten: ein gemeinsames Konzept für sichere und effiziente Mobil-Apps zur Kontaktnachverfolgung in der gesamten EU

Technische Spezifikationen für die Interoperabilität von Kontaktnachverfolgungs-Apps

Interoperabilitätsleitlinien für Kontaktnachverfolgungs-Apps 

EU-Instrumentarium für Mobil-Apps zur Unterstützung der Kontaktnachverfolgung im Kampf der EU gegen COVID-19 

Leitlinien zur Gewährleistung der uneingeschränkten Einhaltung der Datenschutzstandards durch Mobil-Apps zur Bekämpfung der Pandemie

ECDC-Leitlinien für mobile Apps zur Kontaktnachverfolgung im Zusammenhang mit COVID-19 

Empfehlung der Kommission für ein gemeinsames Instrumentarium der Union für den Einsatz von Technik und Daten zur Bekämpfung und Überwindung der COVID-19-Krise

Webseite der Kommission zur Reaktion auf die Coronavirus-Krise

Digitale Technik zur Bekämpfung des Coronavirus 

Pressekontakt: Nikola John (link sends e-mail), Tel.: +49 (30) 2280- 2410

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail(link sends e-mail) der telefonisch unter (030) 2280 2900.

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