Deutschland und EU-Staaten bündeln Kräfte für unabhängige europäische Halbleiterproduktion

(07.12.2020) Deutschland und zehn weitere EU-Mitgliedstaaten haben sich heute in einer gemeinsamen Erklärung verpflichtet, Europas Kapazitäten im Bereich der Halbleitertechnologien auszubauen.

„Europa hat alles, was es braucht, um kritische Abhängigkeiten zu verringern und gleichzeitig offen zu bleiben“, sagte Binnenmarktkommissar Thierry Breton. Die Erklärung sei ein wichtiger Schritt nach vorn. „Ein kollektiver Ansatz kann uns helfen, unsere Stärken zu entfalten und neue Möglichkeiten zu nutzen.“ Fortschrittliche Prozessorchips werden unter anderem für die Konnektivität, das Internet der Dinge, automatisierte Fahrzeuge, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung, künstliche Intelligenz und Supercomputing gebraucht.

 
 

In der heutigen Welt sind Prozessoren und Halbleiter weit verbreitet: Von Autos, medizinischen Geräten, Mobiltelefonen und Netzwerken bis hin zur Umweltüberwachung wird diese Technologie in den von uns verwendeten intelligenten Geräten und Diensten eingesetzt. Sie sind daher von entscheidender Bedeutung, da sie Schlüsselindustrien in die Lage versetzt, innovativ zu sein und im globalen Wettbewerb zu bestehen.

Die größten Produzenten befinden sich derzeit in Nordamerika und Asien. Weniger als 10 Prozent der weltweiten Produktion entfallen auf Europa. Thierry Breton hatte bereits in seiner Rede auf den Digital Days der Hannover Messe  gefordert, den europäischen Anteil auf 20 Prozent zu steigern.

Die heutige gemeinsame Initiative zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten zu verstärken und die Investitionen entlang der Halbleiter-Wertschöpfungskette in Ausrüstungen und Materialien, Design, fortschrittliche Fertigung und Verpackung zu erhöhen. Dazu solle, wo immer möglich, die Aufbau- und Resilienzfazilität  eingesetzt werden. Halbleiter sind einer der Bereiche, in denen Pläne der Mitgliedstaaten im Rahmen des Aufbauprogramms NextGenerationEU gefördert werden. Darüber hinaus können die Mitgliedstaaten die Industrie mobilisieren, um ein neues Projekt von Gemeinsamem Europäischen Interesse (Important Project of Common European Interest, IPCEI) aufzusetzen.

Die Erklärung war heute früh Gegenstand des Treffens der Ministerinnen und Minister für Telekommunikation. Die gemeinsame Pressenkonferenz von EU-Kommissar Breton und Bundeswirtschaftsminister Altmaier ist bei Europe by Satellite abrufbar. Weitere Informationen zu dem Ministertreffen hier.

 

Weitere Informationen:

Daily News vom 7. Dezember 2020 

Die vollständige Erklärung ist hier  verfügbar. Die Liste der Unterzeichnerstaaten wird im Laufe des

Tages hier veröffentlicht.

Rede von Thierry Breton auf der Hannover Messe 

Pressekontakt: Nikola John(link sends e-mail), Tel.: +49 (30) 2280 2410

Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet das Team des Besucherzentrums ERLEBNIS EUROPA per E-Mail(link sends e-mail) oder telefonisch unter (030) 2280 2900.