Kampf gegen Antisemitismus: Kommission und Internationale Allianz zum Holocaustgedenken veröffentlichen gemeinsames Handbuch

(08.01.2021) Die EU-Kommission und die Internationale Allianz zum Holocaustgedenken unterstützen die Mitgliedstaaten mit einer praktischen Handreichung beim Kampf gegen Antisemitismus.

Ein heute (Freitag) veröffentlichtes gemeinsames Handbuch zur Arbeitsdefinition für Antisemitismus, die von der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken (IHRA) erstellt wurde, gibt einen Überblick über bewährte Praktiken von internationalen Organisationen, nationalen Verwaltungen, der Zivilgesellschaft und jüdischen Gemeinden aus ganz Europa. Die Kommission plant für dieses Jahr eine umfassende EU-Strategie gegen Antisemitismus.

Kommissionsvizepräsidentin Margaritis Schinas sagte: „Wir müssen Antisemitismus bekämpfen, wann immer wir ihm begegnen. Jüdisches Leben ist Teil unserer Gesellschaft und wir sind entschlossen, es zu schützen. Dieses neue Handbuch macht es für alle einfacher, dieser Verpflichtung nachzukommen. Es entspricht dem Wunsch unserer Mitgliedsstaaten nach einem besseren Wissensaustausch über die Anwendung der IHRA-Definition. Das Handbuch wird ein weiteres wertvolles Instrument für die Mitgliedstaaten sein, um die bahnbrechende Erklärung des Rates zur Bekämpfung von Antisemitismus wirksam umzusetzen.“

Die IHRA-Arbeitsdefinition für Antisemitismus ist ein weit verbreitetes Instrument, um Menschen über Antisemitismus aufzuklären und seine Erscheinungsformen zu erkennen und zu bekämpfen. Die Definition wurde neben 18 EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, auch von Städten wie Berlin und München sowie von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Universitäten und Sportvereinen übernommen.

Das Handbuch wurde von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben und gemeinsam mit der Internationalen Allianz zum Holocaustgedenken mit Unterstützung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft erstellt. Basierend auf einer umfassenden Recherche des deutschen Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e. V. (RIAS) bietet das Handbuch einen Überblick über bewährte Praktiken von internationalen Organisationen, nationalen Verwaltungen, der Zivilgesellschaft und jüdischen Gemeinden aus ganz Europa. Die 35 bewährten Praktiken reichen von Schulungen für Strafverfolgungsbehörden bis hin zur Aufzeichnung und Meldung von Vorfällen.