Coronavirus: Kommission ruft zu schnellstmöglichen Impfungen in den EU27 auf

(19.01.2021) Vor der Videokonferenz der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag hat die Europäische Kommission heute (Dienstag) eine Reihe von Maßnahmen im Kampf gegen neue Virusvarianten und gegen eine mögliche dritte Welle der Pandemie vorgestellt.

In ihrer Mitteilung ruft sie die Mitgliedstaaten auf, die Impfungen in der gesamten EU zügig voranzutreiben. Bis Ende März 2021 sollten mindestens 80 Prozent der Menschen über 80 Jahren sowie 80 Prozent des Personals in Gesundheits- und Sozialberufen in allen Mitgliedstaaten geimpft werden. Bis Herbst 2021 sollten die Mitgliedstaaten mindestens 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung geimpft haben. Die Kommission hat bisher Verträge mit sechs Impfstoffentwicklern geschlossen und dabei bei bis zu 2,3 Mrd. Impfstoff-Dosen gesichert, darunter bis zu 600 Mio. Dosen des BioNTech/Pfizer-Impfstoffes.

Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten zudem auf, weiterhin auf Abstandswahrung und Kontaktbeschränkungen zu setzen, gegen Desinformation vorzugehen, ihre Reisebeschränkungen zu koordinieren sowie mehr Tests, Kontaktnachverfolgung und Sequenzierung umzusetzen, um das Infektionsgeschehen zu kontrollieren und dem Risiko durch neue Virusvarianten entgegenzutreten. So sollten sie die Genomsequenzierung dringend auf mindestens fünf Prozent und vorzugsweise zehn Prozent der positiven Testergebnisse ausweiten. Derzeit untersuchen viele Mitgliedstaaten weniger als ein Prozent der Proben. Das reicht nicht aus, um die Ausbreitung der Varianten festzustellen oder neue Mutationen zu erkennen.

Angesichts der in den vergangenen Wochen zu beobachtenden steigenden Fallzahlen muss mehr getan werden, um die Gesundheitssysteme zu unterstützen und die „COVID-Müdigkeit“ in den kommenden Monaten abzufangen – von einer generellen Beschleunigung der Impfungen bis zur Unterstützung unserer Partner in den westlichen Balkanstaaten, der unmittelbaren Nachbarschaft und Afrika.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte dazu: „Impfungen sind für die Überwindung dieser Krise von entscheidender Bedeutung. Wir haben bereits genügend Impfdosen für die gesamte Bevölkerung der Europäischen Union gesichert. Jetzt müssen wir die Auslieferung beschleunigen und die Impfungen vorantreiben. Wir wollen bis zum Sommer 70 Prozent unserer erwachsenen Bevölkerung geimpft haben. Das könnte die Wende in unserem Kampf gegen dieses Virus sein. Wir werden diese Pandemie jedoch erst dann beenden können, wenn weltweit alle Menschen Zugang zu Impfstoffen haben. Wir werden unsere Anstrengungen zur Bereitstellung von Impfstoffen für unsere Nachbarn und Partner weltweit verstärken.“

Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas sagte: „Das Aufkommen neuer Varianten des Virus und der deutliche Anstieg der Fallzahlen dulden keine abwartende Haltung. Mehr denn je muss Europa jetzt mit neuer Entschlossenheit gemeinsam handeln und Einigkeit, Koordinierung und Wachsamkeit an den Tag legen. Unsere heutigen Vorschläge sollen auch langfristig mehr Leben und Existenzgrundlagen schützen und die bereits stark unter Druck stehenden Gesundheitssysteme und Beschäftigten entlasten.“