Rohingya-Flüchtlingskrise: EU stockt Hilfe für Menschen in Bangladesch und Myanmar auf

(23.02.2021) Die Europäische Kommission verstärkt ihre Unterstützung für vertriebene und von Konflikten betroffene Gemeinschaften in Bangladesch und Myanmar.

Dafür hat sie heute (Dienstag) humanitäre Hilfe in Höhe von 39 Mio. Euro angekündigt. Janez Lenarčič, EU-Kommissar für Krisenmanagement sagte: „Der neuerliche Sturz der rechtmäßigen Regierung durch die Militärs in Myanmar droht die bereits gravierende humanitäre Krise zu verschlimmern. Die EU wird den bedürftigsten Bevölkerungsgruppen auch weiterhin direkt umfassende humanitäre Hilfe leisten.“

„In Bangladesch verschärft die COVID-19-Krise die ohnehin schwierigen Bedingungen, unter denen fast eine Million in Lagern untergebrachte Rohingya-Flüchtlinge und ihre Aufnahmegemeinschaften zu leiden haben. In beiden Ländern erhöhen wiederkehrende Naturkatastrophen die Anfälligkeit dieser Menschen weiter. In dieser schwierigen Zeit verstärkt die EU ihre seit langem bestehende humanitäre Hilfe für die Bedürftigsten“, so Lenarčič weiter.

Humanitäre Partner der EU, die in Bangladesch und Myanmar tätig sind, erhalten nun weitere 24,5 Mio. Euro bzw. 11,5 Mio. Euro, um auf den wichtigsten Bedarf an humanitärer Hilfe und Katastrophenvorsorge zu reagieren. Weitere 3 Mio. Euro werden bereitgestellt, um den lebenswichtigen Schutzbedarf staatenloser Rohingya in anderen Ländern der Region zu decken.

Die heute angekündigte Soforthilfe wird den humanitären Partnern der EU dabei helfen, Nahrungsmittel, Ernährung, Unterkünfte und grundlegende Gesundheits-, Wasser- und Sanitärversorgung für die bedürftigsten und schwer erreichbaren Bevölkerungsgruppen bereitzustellen und gleichzeitig Dienste in den Bereichen Bildung und Schutz aufrechtzuerhalten. Die von der EU finanzierte humanitäre Hilfe wird in Partnerschaft mit UN-Organisationen, internationalen Organisationen und NRO abwickelt. Die gesamte humanitäre Hilfe der EU wird im Einklang mit den humanitären Grundsätzen der Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit geleistet.

Im Jahr 2020 stellte die EU Myanmar humanitäre Hilfe in Höhe von 19 Mio. Euro bereit. Die EU arbeitet mit vertrauenswürdigen humanitären Partnern zusammen, um den Schutz-, Ernährungs-, und Gesundheitsbedürfnissen der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen, insbesondere in den Bundesstaaten Rakhine, Chin, Kachin und Shan, gerecht zu werden.

Als Reaktion auf die Rohingya-Flüchtlingskrise in Bangladesch sowie als Beitrag zur Katastrophenvorsorge und -bewältigung in anderen Teilen von Bangladesch stellte die EU im Jahr 2020 humanitäre Hilfe in Höhe von 39,8 Mio. Euro bereit.